Parkresidenz
Helmine Held

Mabuhay heißt Willkommen: Parkresidenz geht mit philippinischen Fachkräften neue Wege

Grünwald I 12.03.2018

In der Parkresidenz Helmine Held sind Anfang Februar drei philippinische Krankenpflegekräfte eingetroffen, um die Anzahl des Pflegepersonals in der Grünwalder Senioreneinrichtung zu erhöhen. Die Schwesternschaft München vom BRK e.V. begegnet damit dem deutschen Versorgungsdefizit in der Pflege mit einem alternativen Weg.

Auf den Philippinen herrscht ein Überangebot an Krankenschwestern. Der deutsche Arbeitsmarkt dagegen empfängt qualifizierte Pflegefachkräfte mit offenen Armen. Alleine in Bayern verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit 1.200 offene Stellen in der Altenpflege. Die von der Politik versprochene Schaffung von bundesweit 8.000 neuen Stellen in der Altenpflege würde bei 13.000 stationären Altenpflegeeinrichtungen alleine in Bayern gerade mal eine halbe Stelle pro Haus bedeuten. So lange dem bestehenden Versorgungsdefizit in der Pflege nicht mit anderen Lösungen, wie besserer Bezahlung oder höherer gesellschaftlicher Anerkennung begegnet wird, sind daher die Einrichtungen der Gesundheitsversorgung gezwungen, neue und alternative Wege in der Personalbeschaffung zu gehen.

Willkommen in Grünwald
Mabuhay in Grünwald", begrüßte Heimleiterin Heidi Sogawe die drei neuen Mitarbeiter in der Parkresidenz. Zwei junge Frauen und ein Mann, alle drei mit einem Kranken- und Altenpflegeabschluss einer universitären philippinischen Einrichtung, besetzen ab sofort die bisher freien Stellen. Die speziell auf Demenz in allen Krankheitsstufen eingerichtete Senioreneinrichtung begegnet damit dem alarmierenden Fachkräftemangel in Deutschland. „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen und müssen neue Wege gehen, um die Qualität unserer Versorgung zu erhalten", erklärt Sogawe. „Unsere intensive Suche auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach qualifiziertem Pflegepersonal blieb ohne Ergebnisse." Die Schwesternschaft München vom BRK e.V. und ihre Einrichtungen haben sich daher entschlossen, für die Beschaffung von Pflegefachkräften mit einer internationalen Agentur zusammenzuarbeiten. Philippinische Pflegekräfte sind international bekannt sowohl für ihre menschliche Zuwendung und ihren respektvollen Umgang mit älteren Menschen als auch für ihre Professionalität. „Damit passen sie hervorragend zu unserem Pflegeverständnis als Einrichtung der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e.V.", ergänzt die Heimleitung.

Fachlich qualifiziert und mit dicker Strickjacke
Dhonna Joy ist 29 Jahre alt. Sie verfügt über einen Abschluss als Bachelor of Science in Nursing und hat in ihrer Heimat sowie in den Arabischen Emiraten mehrjährige Berufserfahrung gesammelt. Während ihrer ersten Wochen im allgemeinen Pflegebereich wird die Filippina von den deutschen Kollegen eingearbeitet. Pflegedienstleiter Christoph Büchele freut sich: „Dhonna Joys Sprachkenntnisse sind gut und die Arbeitsabläufe werden zunehmend vertrauter." Gewöhnungsbedürftig war für die junge Frau jedoch die winterliche Kälte. Eine dicke Strickjacke ist daher auch ihr ständiger Begleiter auf Station. Zu ihren ersten und nachhaltigsten Eindrücken von Deutschland zählte der Schnee. Zukunftspläne schmiedet die Pflegefachkraft, die momentan noch in einem Wohnheimzimmer untergebracht ist, auch schon: „Gerne hätte ich in ein paar Monaten eine eigene Wohnung".

Weitere Unterstützung in Sicht
Die drei philippinischen Fachkräfte werden in den Einrichtungen der Schwesternschaft München vom BRK e.V. nicht alleine bleiben. Voraussichtlich im Lauf der nächsten Wochen treffen weitere Kolleginnen und Kollegen ein, die im Rotkreuzklinikum München ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Sollte sich die Zusammenarbeit mit den philippinischen Pflegekräften längerfristig als positiv erweisen, können sich die drei weiteren Rotkreuzkliniken der Schwesternschaft in Lindenberg, Wertheim und Würzburg ebenfalls Unterstützung aus dem südostasiatischen Inselstaat vorstellen.

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